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In Obbes' Werken der letzten vier Jahre ist ein roter Faden zu beobachten: ein eklektisches Prinzip, das der Künstler nicht nur formal, sondern vor allem als methodischen Werkansatz anwendet und darüber die verstörende Wirkung seiner Bilder erzielt. Verkürzt lässt sich dieses Prinzip als Zusammenfügung einzelner, eigenständiger Elemente zu einem neuen Ganzen beschreiben. Im Unterschied zu einer auf Einheitlichkeit angelegten Komposition, bleiben die zusammengefügten Teile in ihrem Eigensinn erhalten und setzen dadurch die gesamte Darstellung unter Spannung. Dieser Ansatz kommt in Obbes' Werk auf unterschiedliche Weise zum Tragen. In den Arbeiten mit historischen Drucken, die zunächst wie Collagen im herkömmlichen Sinn anmuten, da die fotorealistischen Übermalungen auf den ersten Blick wie aufgeklebte Fotoausschnitte wirken, erzeugt der Künstler die Reibung nicht allein durch die vielseitigen Techniken (Druckgraphik/Malerei), sondern auch durch die Motive. In der Regel prallen Bildelemente aus unterschiedlichen historischen Kontexten aufeinander oder es werden, wie in einer Vielzahl seiner Gemälde, in dem suggerierten Wirklichkeitsgehalt inkongruente Bildinhalte miteinander verbunden beziehungsweise häufig auch neben- und übereinander geschichtet. Diese Schichtung entspricht dem Verweben verschiedener Zeit- und Realitätsebenen, die der Betrachter im Bild zu entwirren versucht und damit seine eigene Geschichte zu spinnen beginnt. Das große assoziative Potenzial von Obbes' Kompositionen ist ein weiteres Merkmal seiner Kunst. Indem der Künstler Szenen gestaltet, die ein Davor und Danach vermuten lassen, regt er die Fantasie des Betrachters an und erzielt mit der Rätselhaftigkeit des Dargestellten einen verstörenden Effekt. Losgelöst aus einem erklärenden Kontext führen Tiddens' Bildgeschichten die Absurdität und Zufälligkeit des Lebens vor Augen. Als Materialcollagen respektive Materialbilder lassen sich die Werke der „Neugierde“-Serie aus dem Jahr 2013 beschreiben. Mit viel Liebe zum Detail entstand eine Reihe von Guckkästen, die aus einer beweglichen Vorhangkonstruktion und einem dahinter liegenden Gemälde bestehen. Hier erfolgt die Ansprache an den Betrachter nicht allein auf mentaler Ebene mittels des narrativen Charakters der Darstellung, sondern vor allem und als zentraler Schritt des Rezeptionsvorgangs durch eine Bewegung des Betrachters. Erst wenn er die Schnur am Bildrand zieht und damit das Öffnen des Vorhangs in Gang setzt, ist es ihm möglich, das verborgene Bild zu sehen. Diese notwendige körperliche Teilhabe steigert nicht nur die bewusste Betrachtung, sondern sie setzt zudem einen intimen Modus der Kunstwahrnehmung in Gang. Der Reiz der Schaukästen liegt in der Begegnung des Einzelnen mit dem Kunstwerk. Durch das Öffnen des Vorhangs wird er zum Mitspieler in der kulissenhaften Inszenierung und nicht selten versetzt ihn das zum Vorschein kommende Bildmotiv in die Rolle eines Voyeurs. Tiddens nutzt die in der „Neugierde“-Serie entwickelten Rezeptionsvorgaben geschickt, um Tabus zu thematisieren und sie buchstäblich hinter dem „gesellschaftlichen Vorhang“ hervorzuholen. In der Darstellung eines Sterbenden etwa wird die Tabuisierung des Todes, die charakteristisch ist für die europäische Kultur, durch den Vorhangmoment erst deutlich. 2014 hat sich der Künstler zusammen mit seiner Ehefrau und den beiden Töchtern auf eine fünfmonatige Reise in einem Kleinbus von den Niederlanden durch das United Kingdom, Frankreich, Spanien und Portugal begeben. Neben unzähligen neuen Eindrücken und viel Inspiration führte dieses Abenteuer bei Tiddens zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Medium der Zeichnung. Dies war nicht nur den Bedingungen auf der Reise geschuldet, sondern auch dem Wunsch, sich mit einer für ihn bis dato wenig erkundeten Gattung zu beschäftigen, die noch dazu seit Jahrhunderten prädestiniert ist, die Impressionen reisender Künstler festzuhalten.

Die auf der Reise allgegenwärtige Begegnung mit der Natur in all ihren Facetten schlägt sich thematisch in den entstandenen Zeichnungen am deutlichsten nieder. Tiddens setzte sich mit der künstlerischen Tradition der Landschaftsdarstellung auseinander. Licht, Farbe, Oberfläche, Struktur – anhand dieser Parameter suchte er nach einem eigenen Stil, der sich mit den Merkmalen seiner bisherigen Bildsprache verbinden ließ. Auch seine Zeichnungen, die erstmals ausschließlich auf selbst aufgenommenem Bildmaterial aufbauen, charakterisiert das verstörende Moment und die Ausdifferenzierung des Collage-Prinzips, vor allem aber tritt hier die Wichtigkeit des gewählten Ausschnitts hervor. Das zeigen vor allem die Tondi, die den Blick durch ein Fernrohr suggerieren. Ähnlich wie bei der „Neugierde“-Serie steuert der Künstler damit unseren Blick, weckt Interesse und stellt eine Szene in den Fokus, deren erzählerische Qualität nach dem Geschehenen fragen lässt.

In der Werkkonzeption Tiddens' kommen dem Bildausschnitt und der Bildzusammensetzung eine wesentliche Rolle zu. Meist handelt es sich bei den Ausschnitten um Fragmente. Die für Tiddens' Werke typische Diskrepanz manifestiert sich insbesondere an jenen brisanten Stellen, an denen die Fragmente aufeinanderstoßen. Hier treffen abstrakte Farbschleier auf fotorealisitsche Malerei, unscharfe und diffuse Partien auf exakt konturierte Darstellungen, Perspektive auf Verzerrung. Tiddens baut die Widersprüche aber zum Beispiel auch in der Diskrepanz von Farbstimmung und Bildinhalt oder wie bereits erwähnt durch die heterogenen Motive und die erzeugte Kontextverschiebung auf. Der Betrachter kann das Gesehene nie eindeutig zuweisen und nicht selten schlägt der Widerspruch in Befremden oder gar in einen bedrohlichen Eindruck um. Dieser wird in einigen Aquarellen durch die abwesende Anwesenheit des Menschen erzeugt.

Obbes' Kunst strahlt eine rätselhafte Stimmung aus. Sie zieht in Bann, stiftet Verwirrung und visualisiert das Phänomen gesellschaftlicher Grenzerscheinungen. Darin und in dem narrativen Charakter reiht sich Obbe Tiddens als „Geschichtenerzähler“ in eine junge Generation von Malern ein, die in ihren Bildern Narratives, Anekdotisches und Biografisches zulassen, die mit den Grenzen von Figuration und Abstraktion spielen und dabei die Möglichkeiten und Wechselwirkungen verschiedener Gattungen ausloten. Als Inspiration dient ihnen die Fülle an öffentlich zugänglichen Bildern aus dem Internet, dem Film, der Fotografie und nicht zuletzt der Kunstgeschichte. Sie machen sich in ihren Arbeiten die Wirkungsmacht des kollektiven Bildgedächtnis zu nutze und unterminieren es zugleich durch klug positionierte Störungen. In Obbes jüngsten Werken kündigt sich dahingehend eine Veränderung an, dass er weniger mit vorgefundenen Bildquellen, sondern verstärkt mit von ihm selbst aufgenommenem und hergestelltem Material als Ausgangspunkt arbeitet. Diese neue Stoßrichtung könnte zu einer Ausdifferenzierung und Präzisierung seines Denkens und Arbeitens führen und damit zu einer ungewohnteren Art des Geschichtenerzählens. Wir dürfen gespannt sein.

Anne Vieth im Dezember 2014

Wanderfarben: Roos & Obbe

STOFFWECHSEL Galerie, Mannheim

uit het Duits vertaald

Reizen is al van oudsher een bron van inspiratie voor kunstenaars. In de 18de eeuw behoorde ‘de grand tour’, langs Europa’s cultuurgoed en het heilige Land, tot de opvoeding en opleiding niet alleen van kunstenaars, maar van goed opgeleide jonge mannen in het algemeen. Op hun reizen openden zich voor de kunstenaars nieuwe werelden, die ze tot dan toe alleen van reproducties kenden. Werelden die zij op hun beurt weer vastlegden. De tekening was daarvoor het favoriete medium. De opgedane indrukken lieten zich met potlood, inkt, of aquarel snel en direct op papier vangen. Roos Beute en Obbe Tiddens sluiten met hun tentoonstelling Wanderfarben aan bij deze traditie van artistieke reislust, maar tegelijkertijd doen zij dit op een heel eigen en hedendaagse manier. Ze reisden in 2014 als kunstenaars- en levens duo samen met hun dochters vijf maanden in een bus van Nederland door Engeland, Ierland en Schotland, Frankrijk, Spanje en Portugal. Naast het leren kennen van andere culturen en mensen stond vooral ook het reizen als familie op de voorgrond. De in deze maanden gewonnen vrijheid en vrije tijd wilden Roos en Obbe voor hun artistieke werk gebruiken. Het samen beleven van de dagen en de nieuwe ervaringen resulteerde ook in een samenkomst op artistiek vlak. Door deze intensivering van het samen met kunst bezig zijn ontstond een nieuwe serie werk. De tentoonstelling Wanderfarben verbeeldt niet alleen de tijdens de reis opgedane ervaringen, maar maakt ook de gezamenlijkheid, de afstand, de verbondenheid en de individualiteit, het bekende maar ook het verrassende zichtbaar. Wanderfarben is een soort reisdagboek, uitgevoerd in verschillende media. Dan zijn er de installaties, de ter plekke gerealiseerde werkstukken. Deze vormen zowel op het formele als ook op het emotionele vlak een verbindende schakel. Met behulp van het onderweg gevonden materiaal thematiseren ze ieder hun specifieke karakteristieke eigenschappen als gemeenschappelijk werk. Een werk dat is ingebed in de symboliek van licht en donker, hetgeen Roos en Obbe tijdens hun reis zo heeft beziggehouden. Licht en kleur zijn dragende elementen in de gefilmde reisdocumentatie, die associatief momentopnamen van de reis samenvoegt en waaruit een resumerende terugkijkende blik ontstaan is. Het is echter geen autobiografische weergave van de reis, maar is ontstaan vanuit een blik van buiten af op het reizende gezin. Twee teams van de Portugese filmgroep Toast-it en Ctrl+N hebben de reizigers begeleid, ook tijdens het opbouwen van de tentoonstelling in Mannheim, en geven met deze documentaire een privé blik en een interpretatie van hun leven. De foto’s die de tentoonstelling begeleiden, laten zien hoe veelzijdig het landschap, het weer, de mensen en de levensomstandigheden tijdens de reis waren. De opnamen werden door Toast-it en Ctrl+N maar ook door Obbe en Roos zelf gemaakt. Beide kunstenaars maken veel gebruik van de hun eigen, tijdens de reis gemaakte foto’s, als uitgangspunt voor hun werk, dat voornamelijk uit tekeningen en kleine schilderijen bestaat. Ze hebben zich technisch kunnen bekwamen in het werken met potlood, inkt en aquarelverf. De delicate tekeningen en collages van Roos gaan veelal over natuurbeleving en de verbinding tussen mens en natuur, die ze op de reis in vele facetten beleefden; van de overweldigende grootsheid van de natuur op afgelegen, bijna verlaten plaatsen tot door de mens gedomesticeerde maar beschermde gebieden tot industriële en stedelijke landschappen waar de natuur niet langer deel uitmaakt van het dagelijks leven van mensen. Twee natuurlijke fenomenen komen vaak in haar werk voor om de vele manifestaties en omgangsvormen met de natuur in haar tekeningen vast te leggen; het licht en haar vermogen om dingen te modelleren, om dingen zichtbaar en onzichtbaar te maken, sfeer en betekenis te geven. Daarnaast zijn er de vaak afgebeelde bomen die symbool staan voor groei, het geworteld zijn, het verstrijken van de seizoenen en daarmee het menselijke bestaan. De gevoelige werken van Roos illustreren niet alleen haar persoonlijke, zorgvuldige en reflectieve benadering van de natuur en omgang met de medemens, maar ze weerspiegelen ook de kwetsbaarheid van deze uit evenwicht geraakte verhouding. Obbe benadert in zijn werk ook het thema natuur en begeeft zich op het vlak van de artistieke traditie van landschapschilderkunst. Licht, kleur, oppervlakte, structuur – op basis van deze parameters was hij op zoek naar zijn eigen stijl en heeft die verbonden met de kenmerken van zijn eerdere werken. Ook zijn reistekeningen hebben een verhalend karakter. Het zijn allemaal scenes die een “voor” en “na” doen vermoeden en daarmee de fantasie van de toeschouwer stimuleren. Net als zijn eerdere schilderijen lijken deze werken raadselachtig en verontrustend, omdat ze uit hun verklarende context zijn gehaald en zo de absurditeit en de willekeur van het leven tonen. De afwezige aanwezigheid van de mens, die veel van zijn vroegere werken kenmerkt, plaatste Obbe voor specifieke problemen. Want tijdens de reis kwam de kunstenaar veel situaties tegen waarin de aanwezigheid van de natuur zonder mensen daadwerkelijk mogelijk leek, maar het besef dat dit een illusie is, liet hem ook daar weer sporen van de civilisatie vinden. Met haar ingetogen intimiteit verleent de tentoonstelling Wanderfarben: Roos & Obbe de beschouwer de mogelijkheid de veelzijdige natuurbeleving, de ontmoeting met de ander en het vinden van nieuwe vrienden ver van de thuisbasis mee te beleven. Een avontuur! Anne Vieth 2014

Wanderfarben: Roos & Obbe

STOFFWECHSEL Galerie, Mannheim Das ausgiebige Reisen ist seit jeher Quell künstlerischer Inspiration. Im 18. Jahrhundert etwa zählte die Grand Tour – die Bildungsreise zu den Kulturgütern Mitteleuropas und des Heiligen Landes – zur guten Erziehung und Ausbildung, nicht nur von Künstlern, sondern vom gebildeten jungen Mann an sich. Den Künstlern eröffneten sich auf ihren Wegen neue, meist nur über Reproduktionen bekannte Bildwelten, die sie selbst wiederum in ihren Darstellungen festhielten. Die Zeichnung stellte dafür das bevorzugte Medium dar. Die gewonnenen Eindrücke ließen sich mit Bleistift, Tusche oder Aquarell rasch und unmittelbar ins Bild bannen. Roos Beute und Obbe Tiddens schließen mit ihren Wanderfarben an die Tradition der künstlerischen Reiselust an und zugleich bestreiten sie ihre Tour ganz anders, auf sehr eigene und zeitgemäße Weise. Sie reisten 2014 als Ehe- und Künstlerpaar zusammen mit ihren beiden Töchtern für 5 Monate in einem Kleinbus von den Niederlanden durch das United Kingdom, Frankreich, Spanien und Portugal. Im Fokus stand dabei neben dem Kennenlernen fremder Kulturen und Menschen die Erfahrung als reisende Familie. Die in diesen Monaten gewonnene Freiheit und Freizeit wollten Roos wie Obbe für ihre künstlerische Arbeit nutzen. Die Tage wurden gemeinsam verbracht und damit auch die Erlebnisse und künstlerischen Ergebnisse geteilt. Diese intensive Auseinandersetzung als Künstlerpaar setzte bei beiden einen regen Schaffensprozess in Gang, der in neuen Werkserien resultierte. Die Ausstellung Wanderfarben stellt nicht nur einige, auf der Reise entstandene Arbeiten vor, sondern will in ihrer Gesamtkonzeption auch die Erfahrung von Gemeinsamkeit und Diskrepanz, von Verbundenheit und Individualität, von Bekanntem und Überraschendem veranschaulichen. Hier wird eine Art Reisetagebuch in unterschiedlichen Medien collagiert. Da sind die installativen, in situ Arbeiten, die auf formaler wie emotionaler Ebene als Bindeglied fungieren. Als Gemeinschaftswerke der beiden Künstler thematisieren sie die Eigenheiten eines jeden Charakters mit Hilfe von Fundstücken, eingebettet in die Symbolik von Licht & Dunkelheit, die Roos und Obbe auf ihrer Reise stetig beschäftigte. Licht und Farbe sind tragende Aspekte in der filmischen Reisedokumentation, die assoziativ Momentaufnahmen der Reise zusammenfügt und im resümierenden Rückblick entstanden ist. Allerdings ist sie nicht autobiographischer Natur, sondern ging aus dem Blick von Außen auf die reisende Familie hervor. Zwei Teams der portugiesischen Filmgruppe Videoproduzente begleitete die Reisenden, auch während des Ausstellungsaufbaus in Mannheim, und gibt einen ebenso privaten wie interpretierenden Einblick in deren Leben.
Fotografien von der gesamten Reise ergänzen die Ausstellung und zeigen in eher dokumentarischem Stil, wie vielseitig Landschaft, Wetter, Menschen und Lebensbedingungen auf der Reise vom Norden in den Süden Europas waren. Die Aufnahmen wurden von Videoproduzente, aber auch von Roos und Obbe gemacht. Beiden Künstlern dienen eigene Fotografien häufig als Ausgangsmaterial für ihre Zeichnungen und Gemälde, wobei sie auf der Reise die Zeichnung jeder für sich entdeckt und den Umgang mit Bleistift, Tusche und Aquarell perfektioniert haben.Roos geht in ihren zarten Zeichnungen und Collagen dem Naturerlebnis und vor allem der Verbindung von Mensch und Natur nach, die sie auf der Reise in sehr unterschiedlichen Facetten erlebte: von der überwältigenden Erhabenheit der Natur an abgelegenen, fast menschenleeren Orten über vom Menschen domestizierte, aber geschützte Gebiete bis hin zu Industrie- und Stadtlandschaften, in denen die Natur nicht mehr zum Lebensalltag des Menschen gehört. Zwei Naturphänomene nutzt Roos besonders häufig, um die vielseitigen Erscheinungs- und Umgangsformen mit der Natur in ihren Bildern einzufangen: das Licht in seiner Fähigkeit Dinge zu modulieren, sie sicht- aber auch unsichtbar zu machen, ihnen Atmosphäre und Bedeutung zu verleihen; daneben sind es Bäume – Symbole für Wachstum und Verwurzelung sowie für den Lauf der Jahreszeiten und damit für die menschlichen Lebensalter. Roos’ sensible Arbeiten verdeutlichen nicht nur ihren persönlichen, behutsamen und reflektierten Umgang mit Natur und Mitmenschen, sondern sie spiegeln zugleich die Verletzlichkeit dieses aus der Balance geratenen Verhältnisses wider.Obbe nähert sich in seinen Arbeiten ebenfalls der Naturthematik und setzte sich dafür mit der künstlerischen Tradition der Landschaftsdarstellung auseinander. Licht, Farbe, Oberfläche, Struktur – anhand dieser Parameter suchte er nach einem eigenen Stil, der sich mit den Merkmalen seiner bisherigen Bildsprache verbinden ließ. Auch seine Reisezeichnungen kennzeichnet der narrative Charakter des Dargestellten. Es sind Szenen, die ein Davor und Danach vermuten lassen und die Fantasie des Betrachters anregen. Wie seine Gemälde wirken die Zeichnungen rätselhaft und verstörend, da sie meist losgelöst aus einem erklärenden Kontext die Absurdität und Zufälligkeit des Lebens vor Augen führen. Die abwesende Anwesenheit des Menschen, die viele seiner früheren Werke kennzeichnet, stellte Obbe vor besondere Schwierigkeiten. Denn der Künstler erlebte auf der Reise Situationen, in denen die Anwesenheit der Natur frei von Menschen tatsächlich möglich schien, das Wissen um die Illusion ließ ihn jedoch auch dort die Spuren der Zivilisation finden.In ihrer unaufdringlichen Intimität ermöglicht die Ausstellung Wanderfarben: Roos & Obbe dem Besucher die vielseitigen Erfahrungen mit der Natur, den Mitmenschen und den nächsten Vertrauten fern der Heimat nachzuempfinden. Ein Abenteuer! Anne Vieth

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Obbe Tiddens Malerei strahlt eine rätselhafte Stimmung aus. Die in den Bildern erzählten Geschichten ziehen in Bann und stiften Verwirrung. In „Sandoni“ (2012) ist ein stürmisches, aufgewühltes Meer dargestellt. Die hohen Wellen verschmelzen mit dem gewittrig-düsteren Himmel zu einer tosenden Masse, die die auf hoher See befindlichen Schiffe zu verschlingen droht. Während der Mast des bereits gesunkenen Gefährts an Géricaults Historiengemälde „Das Floß der Medusa“ (1819) – Sinnbild menschlicher Gewalttaten – erinnert, verweist das zweite Schiff auf die volkstümliche Geschichte des „Narrenschiffs“, die als Satire getarnt, die menschlichen Schwächen und Laster beschreibt. Sonderbar ist dabei die zeitliche Zugehörigkeit der Narren, denn zu dem mittelalterlichen Gaukler gesellt sich eine modern anmutende Schiffsmannschaft. Durch Zusammenstellungen wie diese entwickelt der 1980 in Hamburg geborene Künstler surreale, verstörende Bilder. Indem Tiddens in seinen Kompositionen Bildsujets aus dem alltäglichen Leben, den Massenmedien und der Kunstgeschichte aufeinandertreffen lässt und damit Bilder aus unterschiedlichen Kontexten zusammenfügt, provoziert er eine Verschiebung der Wahrnehmung, die Fragen beim Betrachter erzeugt. Intensiviert wird dieses motivische Verwirrspiel durch die malerischen Stilmittel, die Tiddens Gemälde kennzeichnen:
 bunte Farbigkeit trifft auf beklemmenden Bildinhalt, schemenhafte Darstellung auf fotorealistische Malerei, diffuses Licht auf reflektierende Lichtquellen, schlierende Farbverläufe auf pastose Punkte, abstrakte Linienführung auf siebdruckartige Rasterung. Was als Collage unterschiedlicher Bildmedien anmutet, ist Malerei in Reinstform. Tiddens verleiht seinen Bildern mit dieser technisch-versierten Vielseitigkeit eine bestech-ende Dynamik, die zusammen mit den Motiven zu einer sehr eigenen Bildsprache führt.Die Magie dieser Malerei entzündet sich an den Schnitt- und Leerstellen der aufeinander-treffenden Bildmotive und Malweisen. An diesen Übergängen tritt die Ambivalenz von Tiddens Gemälden zum Vorschein. Hier steht der mittelalterliche Holzschnitt dem photorealistischen Portrait gegenüber, hier kehrt sich eine scheinbar idyllische Szene in eine bedrohliche Situation um. An diesen Stellen werden Grenzbereiche definiert und zugleich verwischt. Tiddens gelingt es, in seiner Malerei gesellschaftliche Grenzerscheinungen zu visualisieren. Situationen, in denen die Fragilität und Verletzlichkeit des menschlichen Lebens deutlich wird, in denen Glück und Leid ineinandergreifen und die Absurditäten und bizarren Seiten unseres Daseins an die Oberfläche dringen.Dr. Anne Vieth, Kunsthistorikerin, Mannheim

this is a textual interpretation of Obbe's work by the German Artist Katsche 2011 (incl. correction)

Don't watch me, I'm working. He I sat sit back. A sense of complete helplessness had descendsed upon him me. To begin with, he I did do not know with any certainty that this was is 1984. It must be round about that date, since he I was am fairly sure that his my age was is thirty-nine, and he I believed that he had been was born in 1944 or 1945; but it was is never possible nowadays to pin down any date within a year or  two.(George Orwell) (George Orwell) Clouds are covering today`s sky.My table lamp is not working properly. It's is flickering. My hand is nervous, but the drugs work:

Remove the skin from the palmar surface of the hand and fingers. Be careful to remove only the skin so that the deeper structures are not injured. Beneath the superficial fascia, identify the tendon of the palmaris longus muscle, which inserts into the palmar aponeurosis. Proximal to this insertion, the tendon of palmaris longus muscle pierces the fascia of the forearm (or antebrachial fascia) and passes superficial to the flexor retinaculum.

 The palmaris longus muscle is absent approximately 10,8% of the time. The palmar aponeurosis has four longitudinal bands. Each of these bands is associated with a finger. Finally, identify the plain palmaris brevis muscle, which inserts into the fascia covering the hypothenar muscles, the intrinsic muscles of the little finger. The palmaris brevis muscle, arises from the medial aspect of the palmar aponeurosis. Identify the thenar muscles, the intrinsic muscles of the thumb, that are located at the base of the thumb lateral to the palmar aponeurosis. (Online Dictionary) (Online Dictionary) First step is done.For whom, it suddenly occurreoccursd to him me to wonder, was am he I writing this diary? For the future, for the unborn. His mind hovered for a moment round the doubtful date on the page, and then fetched up with a bump against the Newspeak word DOUBLETHINK. For the first time the magnitude of what he had undertaken came comes home to him me. How could you communicate with the future? It was of its nature impossible. Either the future would resemble the present, in which case it would not listen to him: or it would be different from it, and his predicament would be meaningless. (George Orwell) (George Orwell).  by Katsche

Over het opdrachtswerk van Obbe Tiddens

Naast zijn vrije werk maakt Obbe Tiddens ook werk in opdracht. Het bijzondere hiervan is de manier waarop hij dit samen met de opdrachtgever aanpakt. In feite is het woord opdracht hier niet op zijn plaats. Het is meer een gezamenlijk werk. In een gesprek met de opdrachtgever zorgt de schilder ervoor dat hij veel te weten komt over de fascinaties, dromen en interesses van die persoon. Welke muziek en welke daarbij behorende sfeer en kleuren zijn belangrijk? Wat zijn grote inspiratiebronnen, geliefde kunstenaars? Al deze informatie wordt meegenomen in het creatieproces, waarin Tiddens geheel vrij aan de slag gaat, maar zeker geïnspireerd door zijn beeld van de persoon achter de opdrachtgever. Hij maakt een heel eigen vertaling van wat hij gehoord heeft. Zo ontstaat er een werk waarin veel van beide mensen in verwerkt zit. Er worden geen tussentijdse viewings geregeld of informatie verstrekt gedurende de tijd dat er aan het werk geschilderd wordt. Het eindproduct is voor degene die de opdracht gaf dan ook een complete verassing, maar wel speciaal voor hem of haar gemaakt. Roos Beute

 External review

External review of the GEMAK "DNA Show" by Lost Painters: Gemak: DNA Werk(t)